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Bild: Stadt Bochum

Schaufenster Stadtgeschichte: Schießkladde erinnert an bewaffnete Geldboten der Stadtkasse

Stadtarchiv zeigt im September ein Dokument aus der Zeit bewaffneter Geldboten der Stadtkasse

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Das Stadtarchiv - Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte zeigt im September im Rahmen der Reihe „Schaufenster Stadtgeschichte“ eine sogenannte Schießkladde der Stadtkasse. Das Dokument kann in den Räumen des Stadtarchivs an der Wittener Straße 47 besichtigt werden, der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es online unter www.bochum.de/stadtarchiv.


Die Reihe präsentiert einmal im Monat ein besonderes Dokument oder Objekt aus den Beständen des Stadtarchivs und gewährt damit Einblicke in die Vielfalt der historischen Zeugnisse, die zum kulturellen Erbe Bochums gehören.


Das aktuelle Exponat führt in eine Zeit zurück, in der der Zahlungsverkehr der Stadt Bochum noch grundlegend anders organisiert war als heute. In den 1950er- und 1960er-Jahren gab es kaum bargeldlose Überweisungen. Angestellte der Stadtverwaltung holten benötigte Summen deshalb in bar bei Banken, Ämtern oder Dienststellen ab und transportierten sie zu den jeweiligen Empfängern. Dazu gehörten auch Einzahlungen auf städtische Konten sowie die Auszahlung von Gehältern. Die Gehälter der städtischen Mitarbeiter wurden im Tresorraum der Stadtkasse in Lohntüten verpackt und durch eine Gittertür hinter der Tresortür ausgegeben.


Zum Schutz vor Überfällen wurden die sogenannten Geldboten mit Dienstwaffen ausgerüstet. Der Umgang mit der Schusswaffe war streng reglementiert: Die städtischen Geldkuriere mussten regelmäßig an Schießübungen teilnehmen. Jedes Training wurde präzise in einer sogenannten Schießkladde dokumentiert, um die Treffsicherheit und den ordnungsgemäßen Zustand der Waffen behördlich nachzuweisen. Erst mit der Digitalisierung und der flächendeckenden Einführung von Girokonten in den Folgejahrzehnten verschwanden die bewaffneten Botengänger aus dem Bochumer Stadtbild.


Die im Stadtarchiv gezeigte Schießkladde wurde von der Stadtkasse geführt, die heute als Amt für Finanzsteuerung firmiert, und dokumentiert die Schießübungen der städtischen Geldboten. Namentlich genannt wird darin Friedrich-Wilhelm Kasperowski, von dem auch der zugehörige Waffenschein erhalten ist. Ein solcher Waffenschein war für jeden Boten obligatorisch. Er wurde von der Dienststelle beantragt und vom Polizeipräsidenten ausgestellt.


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Autor

Nils Bettinger

Nils Bettinger

Gründer und Redaktionsleiter.
Hält den Kopf für alles hin.

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